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Vorwort der Pfarrnachrichten vom 21.03. – 12.04.2020

Diese Ausgabe der Pfarrnachrichten wird nicht in den Kirchen ausliegen, da alle Veranstaltungen und Gottesdienste aufgrund der veränderten Sachlage durch die Corona-Pandemie nicht mehr stattfinden.
Wir möchten Ihnen aber das Vorwort von Frau Mona Schomers, Gemeindereferentin in Fröndenberg, nicht vorenthalten.

 

Wir fasten Schwarzmalerei!

Was haben Sie sich in diesem Jahr für die Fastenzeit vorgenommen? Meistens fällt uns eine gescheite Idee schwer und wir landen bei den Klassikern – Verzicht auf Süßes, Alkohol oder Fleisch. Auf der Gemeindeebene hat sich in Fröndenberg gerade (mehr aus Versehen) ein Verzicht auf Schwarzmalerei entwickelt.

Im letzten Sommer brauchten die Fröndenberger schnell eine neue Gottesdienstordnung. In zwei Kirchen findet nun keine Sonntagsmesse mehr statt – Das Gefühl „Bei uns läuft ja bald eh nichts mehr“ machte sich breit.

Zuerst fingen die Menschen in Herz Jesu an, quer zu denken. Was hier richtig gut läuft, sind die Kindergarten-Gottesdienste. Jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt: Wir bauen unsere Kirche zur Kinderkirche um! Die Bänke müssen raus, bunte Stühle und Sitzkissen rein. So bieten wir unseren Kleinsten optimale Bedingungen und sind auch für andere Gottesdienstformen flexibel.

In St. Josef sah es zuerst anders aus. Unsere erste „Krisensitzung“ war von vielen wagen Ideen, aber auch Resignation geprägt. Wir malten schwarz. Gerne hätten wir eine tagsüber offene Kirche und wieder mehr Gottesdienste. Aber geht das überhaupt? Darüber mussten alle erst einmal ein paar Nächte schlafen. Bei unserem zweiten Treffen plötzlich der Aufschwung: Wir fasten Schwarzmalerei und fangen einfach an! Die Josefskirche am Ruhrtalradweg soll ab dem Sommer aufgeschlossen werden. Wir bieten hier eine „Tankstelle“ für Radfahrer, Wanderer und natürlich auch die Westicker vor Ort. Eine E-Bike-Ladestation, Fahrradständer, Trinkbrunnen und Sitzgelegenheiten sollen hier bald zum Rasten einladen. Ein buntes Programm an Andachten stellen die Westicker selbst auf die Beine.

Warum sollten wir in der Fastenzeit nicht generell auf das „Schwarzmalen“ verzichten? Schließlich bereiten wir uns auf das Fest der Auferstehung vor. Wenn unsere Kirchtürme neu erstehen sollen, brauchen wir zuvor den Mut, alten Frust und Selbstmitleid sterben zu lassen. Und auch im persönlichen Glaubensleben ist der Verzicht auf Schwarzmalerei die beste Vorbereitung auf das Osterfest und den Neubeginn.

Eine weiterhin gute Fastenzeit wünscht Ihnen in diesem Sinne

Ihre Gemeindereferentin Mona Schomers

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