Auf(er)stehn
von Pastor Heinz-Josef Löckmann

Liebe Mitchristinnen und Mitchristen!

Zu Ostern sind mir Fragen gekommen: wo verorte ich dieses Fest? Wann erwarte ich die Auferstehung vom Tod? Der erste Gedanke sagt mir: irgendwann: entweder ganz spät, am Ende der Zeiten - also für mein Empfinden so gut wie nie. Oder früher, nach meinem eigenen Tod? Aber auch dann hat es für das konkrete Leben hier und heute erst einmal keine Bedeutung (hoffentlich, weil ich noch lange leben will). Die Lyrikerin Maria Luise Kaschnitz verortet Ostern woanders, nämlich mitten im Leben:

Manchmal stehen wir auf
Stehen wir zur Auferstehung auf
Mitten am Tage
Mit unserem lebendigen Haar
Mit unserer atmenden Haut.

In den weiteren Strophen dieses Gedichtes drückt sie aus, dass sich die äußeren Umstände ihres Lebens dadurch nicht ändern. „Die Weckuhren hören nicht auf zu ticken, ihre Leuchtzeiger löschen nicht aus.“ Und doch ist ihr Leben anders geworden. Es wird zu einem „Haus aus Licht“. Wie kann ich das verstehen? Sterbeerfahrungen zu beschreiben sind leicht. Eine Freundschaft zerbricht. Trauer ist die Folge. Eine Partnerschaft geht zu Ende, ein Arbeitsplatz verloren. Das ist wie sterben, mein Leben verliert dadurch an Glanz, ist kein Haus des Lichts. Aber dann kann es sein, dass sich plötzlich neue Erkenntnisse anbahnen: vielleicht war gerade dieses negative Ereignis gut für mich. Vielleicht habe ich dadurch Einsichten gewonnen, die mir vorher verwehrt waren. Vielleicht bahnen sich unvorhergesehene und überraschende Lösungen meines Problems an: eine neue Liebe, eine neue Freundschaft, eine neue Anstellung. Dann mache ich mitten im Leben eine Auferstehungserfahrung, wie die Dichterin sie beschreibt. Darf ich als glaubender Mensch darin die Hand Gottes sehen? Darf ich glauben, dass sich dahinter die Kraft des auferstandenen Christus verbirgt? In Einem bin ich mir sicher: der Gott, der Jesus auferstehen ließ, will auch mein Glück und meine Lebensfreude und das nicht erst am Ende meines Lebens oder gar am Ende der Zeiten. Er will es jetzt schon, mitten im Leben, mitten in meinem Alltag. Die Auferstehung Jesu soll mein jetziges Leben erhellen. Manchmal stehen wir zur Auferstehung auf mitten am Tage! Ich wünsche Ihnen viele solcher Erfahrungen!

Ihr Pastor Heinz-Josef Löckmann


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